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Das Lothardenkmal auf 858 Metern ist unter Schwarzwald-Radfahrern kein Geheimtipp mehr – und das zu Recht. Die markante Holzskulptur, errichtet zum Gedenken an den Orkan Lothar von 1999, der diese Wälder in einer Nacht verwüstete, steht auf einem der schönsten Aussichtspunkte des nördlichen Schwarzwalds. Der Blick reicht bis ins Rheintal und an klaren Tagen bis in den Elsass.
Door Ulf Mayer 4 minuten leestijd
Die Route ab dem Wanderparkplatz Wolfslache oberhalb von Gengenbach ist dafür die schönste Zustiegsvariante: ruhige Forstwege, gleichmäßiger Anstieg, kaum Autoverkehr. Die Rückfahrt folgt zunächst demselben Weg, schwenkt im unteren Abschnitt jedoch auf eine andere Forststraße – wer aufmerksam fährt, erlebt die Strecke in beide Richtungen mit anderen Blickwinkeln.
| Start / Ziel | Wanderparkplatz Wolfslache, Gengenbach (Ortenaukreis, Baden-Württemberg) |
| Distanz | 21,6 km |
| Höhenmeter | 791 Hm (Aufstieg) |
| Höhenprofil | Wolfslache (~250 m) → Lothardenkmal (858 m) → Wolfslache |
| Max. Höhe | 858 m (Lothardenkmal) |
| Fahrzeit | ca. 1:15–1:45 h (je nach Unterstützungsstufe, ohne Pausen) |
| Schwierigkeit | Mittel – gleichmäßiger Anstieg, technisch unkompliziert |
| Untergrund | Forststraße und Asphalt durchgehend |
| Beste Jahreszeit | April – Oktober |
| GPS-Download | Im Artikel verfügbar (GPX-Datei) |
Diese Tour ist kein alpines Abenteuer, aber auch kein Spaziergang. Der Aufstieg verteilt sich gleichmäßig über knapp 9 Kilometer und ist damit für E-Bikes ideal: kein einzelner brutaler Anstieg, sondern ein gleichmäßiges Tempo, das die Muskelausdauer fordert, ohne den Akku auf einen Schlag zu entleeren.
Der Untergrund – überwiegend gut ausgebaute Forst- und Wirtschaftswege – macht die Tour technisch einfach. Keine engen Kurven, keine losen Steine, keine Stufen. Das gibt Raum, die Umgebung zu genießen: den Übergang vom halboffenen Mischwald nahe Wolfslache zu den dichteren Fichtenbeständen in der Höhenzone, die Stille, die hier schon ab dem frühen Morgen herrscht, den weiten Blick vom Lothardenkmal über den Kinzigtaleinschnitt zurück Richtung Rheinebene.
Wer die Tour als Training nutzt: Der TSS-Wert liegt je nach Leistung zwischen 80 und 120 – genug für eine solide Grundlageneinheit, ohne die Erholung für die Folgetage zu opfern.
Ab dem Parkplatz Wolfslache geht es sofort in den Wald. Die ersten Kilometer führen auf einem befestigten Forstweg durch Mischwald, der im Frühjahr und Frühherbst für lange Schattenphasen sorgt – ein Vorteil an heißen Sommertagen. Das Steigungsprofil ist von Beginn an spürbar: zwischen fünf und acht Prozent Steigung, die sich nicht ändert, aber auch nicht dramatisch steiler wird.
Auf dem Diebsweg liegt eine weitere Trinkwasserquelle. Am Ende des Wegs öffnet sich der Diebsplatz – der Kreuzungspunkt mit dem Mooskopfturmweg. Die Kornebene ist von hier nur wenige Meter entfernt. Der Mooskopfturm ist bereits von weitem sichtbar – wer den Turm als Ziel hat, zweigt hier ab.
Ab km 6 wird das Umfeld offener. Der Orkan Lothar hat in diesem Bereich in den Jahren nach 1999 sichtbare Spuren hinterlassen: Großflächen wurden aufgeforstet, die Bestände sind jünger, lichter, andersartig. Das gibt der Landschaft einen eigenen Charakter – keine Schwarzwald-Postkarte, sondern ein Wald im Wiederaufbau.
Kurz vor dem Gipfel wird klar, warum sich der Aufstieg lohnt. Der Wald weicht, das Tal öffnet sich – ein erster weiter Blick über die Schwarzwaldrücken und hinüber zur Rheinebene. Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis in den Elsass.

Auf den letzten Metern zum Lothardenkmal säumen im Juni blühende Weidenröschen den Forstweg. Der Mooskopfturm ist von hier bereits gut zu sehen – wer ihn als nächstes Ziel anpeilt, ist nicht mehr weit.

Das Lothardenkmal selbst liegt wenige Hundert Meter von der Hauptstrecke entfernt und ist gut ausgeschildert. Die markante Holzskulptur – eine überlebensgroße menschliche Figur aus getrocknetem Stammholz – wurde als Gedächtnismal für die Sturmopfer errichtet. Sie überragt alles ringsum und ist von weitem sichtbar. Darunter: ein E-Bike, das auf seine Weiterfahrt wartet.

Auf der Rückfahrt führt die Strecke im oberen Abschnitt zunächst denselben Weg hinab, bevor sie im unteren Teil auf einen anderen Forstweg schwenkt. Im Abstieg sind die Bremsen gefragt – nicht wegen extremer Steilheit, sondern wegen der Länge: neun Kilometer Gefälle verlangen nach kontrolliertem Fahren, besonders wenn der Schotter auf der Forststraße nach Regen locker liegt.
Kurz nach dem Aufbruch zeigt sich der Schwarzwald von einer anderen Seite: Sonnenlicht bricht durch die Fichtenbestände, wirft lange Lichtstreifen über den Boden – ein Moment, der die Rückfahrt fast genauso lohnend macht wie das Ziel.

Der Akku dankt die Rückfahrt: Im Gefälle wird fast keine Unterstützung benötigt, sodass der Haushalt für Touren mit anschließenden Ausflügen locker reicht. Bei einer 500-Wh-Batterie und mittlerer Unterstützung auf dem Aufstieg sind am Wanderparkplatz noch 30–40 % übrig – mit 625 Wh kein Problem.
Die Kornebene liegt direkt am Diebsplatz – wenige Meter von der Route, kurz vor der Abzweigung zum Mooskopfturmweg. Gastronomie, Aussichtspunkt auf dem Höhenrücken, und die einzige Einkehrmöglichkeit auf dieser Strecke. Wer auf dem Aufstieg keine Pause einlegen möchte, kommt auf der Rückfahrt automatisch wieder vorbei.
Vom Diebsplatz zweigt zudem der Mooskopfturmweg ab. Wer bereits am Lothardenkmal war und noch Energie übrig hat, kann den kurzen Umweg zum Mooskopfturm dranhängen – dem höchsten Punkt dieser Partie des nördlichen Schwarzwalds. Der Aussichtsturm ergänzt das Lothardenkmal gut: Während das Denkmal mit dem Panorama ins Rheintal beeindruckt, bietet der Turm den Rundblick nach allen Seiten über die Wälder.
Der Wanderparkplatz Wolfslache liegt oberhalb von Gengenbach, oberhalb der Celenius Klinik am Wolfsweg. Parkplätze sind kostenlos, der Belag ist geschottert. Im Sommer an Wochenenden früh kommen – der Parkplatz ist auch bei Wanderern beliebt.
Mit dem Auto: Gengenbach Ortsmitte anfahren, dann der Beschilderung Richtung Wolfslache/Schwarzwald folgen (ca. 6 min ab Autobahnabfahrt Gengenbach, A5).
