Lange galten 12 Gänge als Obergrenze am Rennrad. Mit der Super Record 13 hat Campagnolo diese Grenze verschoben: Die Gruppe ist die erste 13-fach-Schaltgruppe für die Straße und wurde schon im Frühjahr 2025 im Profirennen gefahren. 2026 folgte mit der günstigeren Record 13 eine zweite Gruppe. Aber was bringt das dreizehnte Ritzel im Alltag, und für wen lohnt es sich?
Was bedeutet 13-fach beim Rennrad?
13-fach heißt, dass die Kassette hinten 13 Ritzel hat. Bei einer Zweifach-Kurbel (2x13) kommen vorne zwei Kettenblätter dazu. Die Kassette bleibt dabei so breit wie bisher: Die Ritzel und die Kette sind schmaler und liegen enger zusammen. Campagnolo hat den N3W-Freilaufkörper deshalb nicht geändert, sodass vorhandene Laufräder mit N3W-Freilauf ohne Adapter passen sollen.
Zu den Grundlagen siehe auch unseren Vergleich 11-fach vs. 12-fach.
Welche 13-fach-Gruppen gibt es?
| Gruppe |
Typ |
Preis (ca.) |
Besonderheit |
| Super Record 13 |
Rennrad, kabellos elektronisch |
ab 4.300 € ohne Powermeter |
Spitzengruppe, Herstellerangabe 2.445 g
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| Record 13 |
Rennrad und Allroad |
ca. 2.100–2.700 € |
Ähnliche Schaltarchitektur, Stahl statt Titan und Keramik
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| Ekar |
Gravel, 1x13 mechanisch |
ca. 1.700 € |
Kassetten ab 9 Zähnen |
Preise sind Richtwerte und können je nach Händler und Konfiguration abweichen.
Was bringt das 13. Ritzel?
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Feinere Abstufung: Mit einem Ritzel mehr können die Sprünge zwischen den Gängen kleiner sein. Bei einer Kassette 10-29 sind es neun Ritzel in Folge, also ohne Lücken.
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Mehr Bandbreite: Die kleinen Kettenblätter (z. B. 45/29 oder 48/32) und die Kassetten bis 11-36 sind vor allem für Endurance- und Allroad-Fahrer gedacht.
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Schaltgeschwindigkeit: Laut Hersteller schaltet die Gruppe schneller als 12-fach-Systeme, im Test fiel das aber kaum auf.
Gegenüber 12-fach ist der Unterschied im Alltag klein. Wer schon eine gute 12-fach-Gruppe fährt, bekommt mit 13 Gängen keinen Geschwindigkeitsschub, sondern etwas mehr Feinabstimmung.
Nachteile und offene Fragen
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Preis: Die Super Record 13 kostet mehr als viele komplette Rennräder, und auch die Record 13 liegt auf dem Niveau der Oberklasse-Gruppen von Shimano und SRAM.
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Verschleißteile: Mit der schmaleren Kette und den enger stehenden Ritzeln sind saubere Wartung und regelmäßiger Kettenwechsel wichtig, wie schon bei 12-fach.
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Ökosystem: Die Auswahl an Kassetten, Ketten und Zubehör ist bei 13-fach kleiner als bei 11- und 12-fach. Kaufst Du heute ein Rennrad mit 13-fach, bist Du an den Hersteller gebunden.
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Bedienung: Im Test wurde kritisiert, dass der Daumenschalter bei Handposition vorn an den Hoods etwas schwer erreichbar ist und die App noch ausbaufähig ist.
Für wen lohnt sich 13-fach?
Sinnvoll, wenn Du
- ein neues Rennrad mit Top-Gruppe suchst und Wert auf feine Abstufung legst,
- viel im Gebirge fährst und die große Bandbreite nutzt,
- bereits Campagnolo mit N3W-Laufrädern fährst.
Eher nicht nötig, wenn Du
- eine funktionierende 12-fach-Gruppe hast,
- vor allem auf Preis und Ersatzteilverfügbarkeit achtest,
- ein Rennrad kaufen willst, bei dem Du die Gruppe frei wählen möchtest.
Fazit
13-fach ist ein technischer Fortschritt mit feinerer Abstufung und kompakteren Übersetzungen, aber kein Muss. Für die meisten Fahrer reicht eine gute 12-fach-Gruppe völlig aus, und sie ist günstiger und leichter zu bekommen. Wenn Du ein neues Rennrad suchst, entscheidet am Ende mehr die Passform und der Rahmen als das dreizehnte Ritzel.